PM-Standards – cui bono ? (Teil 1)

PMI, IPMA, Prince 2 – Bewerbungs-Aufhübscher oder nützlich im praktischen PM-Alltag ?

Als „Selbstlerner“ und Prakiker stand ich lange Zeit allem „Theoriewerk“ eher reserviert gegenüber.

Die Argumente:

  • für diesen Formalkram fehlt mir die Zeit
  • Ich mache ohnehin intutiv, was notwendig ist
  • Wichtig ist, was wirkt*

Im Zuge eines größeren Projektes war eine Zertifizierung aus formalen Gründen notwendig. Die damit einhergehende nähere Beschäftigung mit dem Thema (in meinem Fall PMBoK nach PMI) hat meine Einstellung deutlich verändert.

Noch immer bin ich der Meinung, dass das reine Abarbeiten von Formalanforderungen nicht weiterbringt.Zumindest für PMI kann ich aber klar sagen, dass das auch nicht gefordert ist.

Vielmehr stellt das PMBoK (Project Management Body of Knowledge) eine best-practise-Sammlung dar, die von erfahrenen Praktikern erarbeitet wurde. Kurz gesagt, beschreibt es eine sinnvolle Reihenfolge von notwendigen Tätigkeiten, und ich kann aus Erfahrung sagen: Was immer man anders macht oder weglässt, dauert länger oder beeinträchtigt die Qualität.

Das Ausmaß und die konkrete Umsetzung muss allerdings immer an das konkrete Projekt angepasst werden – ein 4-Monats-Projekt mit fünf Leuten, mit denen ich schon drei ähnliche Projekte gemacht habe, werde ich anders angehen als ein Dreijahresprojekt mit 20 Mitarbeitern aus fünf Ländern.

Leider erschließt sich der inhaltiche Reichtum nicht direkt aus dem Text des PMBoK selbst – gleiches gilt wohl auch für die anderen Standards. Für PMI habe ich allerdings mit einem sehr praxisorientierten Buch gearbeitet, dass die notwendige Lebensnähe gut vermittelt hat (und kaum mal einen Blick ins PMBoK selbst geworfen).

Heute halte ich die PM-Standards für eine grundsätzlich gute Sache, von der fast jeder Typus von Projektleiter profitieren kann. Der Teufel steckt wie immer im „Wie“ es angewendet wird. Und nicht selten auch in den Rahmenbedingungen für Projektmanagement, die in den Unternehmen herrschen.

*PS: „Was funktioniert in der Praxis ?“ ist auch die Leitfrage des PM-Camp 2011, das vom 3.-5.2011 in Vorarlberg stattfinden wird. Eine Veranstaltung, die sicher neue Impulse bringt.

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